Glockenrenovierung 2014/2015

Die Glockenpredigt von Regionalbischof i. R. Christian Schmid:

Predigt 1

 

Predigt 2

 

Predigt 3

 

Predigt 4

 

Eine Bildergalerie vom Glockengottesdienst- Fest am 19.04.2015:

Anlässlich der Festlichkeit oben gab es einen interessanten Bericht dazu in den Fürther Nachrichten:

Die stummen Zeiten von St. Georg sind vorüber.

Informationen zu den Glocken der Laubendorfer Kirche

Beide Glocken stammen aus der renommierten Nürnberger Giesshütte der Familie Glockengiesser, gegossen im Zeitraum zwischen 1475 und 1525 (leider nicht genauer eingrenzbar).

Große Glocke 90 cm Durchmesser, Höhe 69 cm. Mit ihr erfolgt der Stundenschlag. Schulterinschrift zwischen Zinnen- und rundbogigem Kleeblattbogenkreis mit Kreuzblumen: ave maria gracia plena domm(=in)us tecum benedicta tu in mulieribus et. Die große Glocke musste im zweiten Weltkrieg abgegeben werden (siehe unten) – die Registriernummer findet sich noch auf der Innenseite.

Kleine Glocke 65 cm Durchmesser, Höhe 50 cm. Mit ihr wird die Viertelstunde angezeigt. Schulterinschrift: ave maria gracia plena dominus tecum.

Aus der Pfarrbeschreibung des Pfarrer Kraußold:

15.03.1942: Glockenabschiedsfeier

17.03. Abnahme der großen Glocke. ‘Der Abnahme erfolgte eine gewisse Verstimmung in der Gemeinde. Der Zimmermeister Bauer hatte nach der Abnahme durch ihn bei einem Privatgespräch verlauten lassen, daß, wenn der Kirchenrat eine Eingabe gemacht hätte, statt der großen die kleine, zersprungene abgenommen worden wäre…’

Am 17. Juni 1947 kam unvermutet die große Glocke zurück. Sie war in Würzburg, wie viele andere Glocken, aus dem Schiff „Nürnberg“ der Gesellschaft Rhenus ausgeladen worden. Von dort holte sie ohne unser Wissen das Milchauto aus Keidenzell. Die Kirchenpfleger von Keidenzell holten ihre Glocke und nahmen noch drei Glocken von Nachbargemeinden mit. Die Transportkosten für den Fahrer betrugen 40 RM. Am 18. Juni 1947 wurde beschlossen, den Aufzug der Glocke durch Maurermeister Ittner in Wilhermsdorf betätigen zu lassen. Dieser zögerte und so bekam Schmiedemeister Hemm ( Sohn Hemm wohnt immer noch unterhalb des Kirchparkplatzes Anm. CH) den Auftrag.

Am 3. Juli 1947 wurde der Aufzug vorgenommen, just an dem Unterrichtstag (des Pfarrers) in Dürrnbuch. Der Pfarrer war peinlich berührt, weil man ihn, wie schon bei der Abnahme zuvor nicht informierte. Am Sonntag erfolge die Einweihung durch kurzen Hinweis und stilles Gebet, wobei der Posaunenchor Wilhermsdorf mitwirkte.“

 

Im Frühsommer 2013 machte mich unsere Mesnerin Liselotte Müller, die in diesem Jahr ihr 45. Mesnerjubiläum feiert und ein ausgezeichnetes Gehör hat darauf aufmerksam, dass mit den Glocken etwas nicht stimmen würde. Sie klängen plötzlich anders. War der Riss der kleinen Glocke breiter geworden? Als während des längeren Festgeläuts für einen großen Hochzeitszug die Glocken auch für Laien hörbar nicht mehr harmonisch klangen beschloss der Kirchenvorstand den Zustand der Glocken prüfen zu lassen.

Ein Glockengutachten wurde, wie von der Landeskirche vorgeschrieben eingeholt. Dies ergab zum einen, dass die beiden Glocken historische Kleinode seien, aber auch einen erschreckend umfangreichen Handlungsbedarf:

Beide Glocken waren durch einen Riss geschädigt, bei der größeren Glocke wurde in den 50 er Jahren ein ca. 60 cm langer Sprung geschweißt.

Die stählernen Joche waren korrodiert, eine Läutemaschine ungeeignet. Schalläden fehlten, die Treppen waren ein Sicherheitsrisiko, ebenfalls die Elektroinstallationen.

Die große Glocke musste sofort stillgelegt werden. Erst nach einem Jahr, an Heilig Abend 2014 war sie wieder zu hören.

Der Kirchenvorstand konnte durch Hinzuziehung eines Metalldenkmalfachmanns erreichen, dass die Glocken nicht neu geschweißt sondern nur nochmals um 30 Grad gedreht werden mussten.

Die stählernen Joche wurden durch mitschwingende eicherne Joche ausgetauscht. Die neue Läutemaschine und die passgenaueren neuen Klöppel führen zu einem sanfteren, aber auch leiseren Anschlagen.

Es wurde über ein Jahr lang bei verschiedensten Anlässen für das Geläut gesammelt, ebenso wurden zahlreiche Anträge um Unterstützung bei der Stadt, dem Landesamt für Denkmalpflege sowie dem Bezirk Mittelfranken gestellt.

Der KV und viele weitere Ehrenamtliche haben Hand-und Spanndienste geleistet.

Entgegen den ersten Befürchtungen des KV konnten so 17000 Euro für Sanierung des Geläuts und der Turmuhr – der zu allem Übel in dieser Zeit Ziffern abgefallen waren – aufgebracht werden. Für Laubendorf mit seinen 340 evangelischen Bürgern eine stolze Leistung.

– Christine Heilmeier im März 2015 –

 

Eine kleine Bildergalerie zur Renovierung des Glockenturms bzw. der Glocken im Oktober 2014:

 

Eine kleine Bildergalerie zur Renovierung der Kirchturmuhr im April 2014 (Heide Meier: “Die Kercheruhr is drom,  der Kerchturm dregg  is drunt“):